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Samstag, 26. Mai 2007

Nahrung für Nudel-Freaks

Theo Grob und sein kulinarisches Hobby

Schon im siebten Jahr produziert Theo Grob in Amriswil Nudelspezialitäten. Trotz Erfolg soll «Theo's Nudel-Factory» weiterhin keine Fabrik sein und ein Hobby bleiben. Noch bis heute Samstag läuft seine Nudelmaschine im Einkaufszentrum Amriville.

KASPAR ENZ

Ein grosszügiger Stand im Amriville, Donnerstag, kurz vor Mittag: Hier stellt Theo Grob für drei Tage seine Nudeln vor. Der Ansturm hat um diese Zeit noch nicht begonnen. Für Grob kein Problem, denn so hat er mehr Zeit für seine Kunden. Gerne erklärt er ihnen das Herzstück seiner «Nudel-Factory», die Nudelmaschine, oder legt ihnen seine Spezialitäten ans Herz. «Ich brauche das Zwischenmenschliche», so Grob über eine seiner Motivationen für sein «professionelles Hobby».

Workaholic

Gesundheitsbedingt musste Theo Grob einst beruflich kürzer treten. Nichts tun, das konnte der Workaholic aber auch nicht: «Nach drei Wochen Ferien meint meine Frau jeweils, ich würde schwierig.» Für Grob also Gelegenheit, alten Träumen nachzugehen. «Seit der Sek gab es für mich zwei Wege: die familieneigene Druckerei oder das Gastgewerbe. Ich wählte die Druckerei, blieb aber immer Hobbykoch.» So suchten Grobs erst nach einem Grotto im Tessin, bevor ihr Auge an der Olma auf eine Nudelmaschine fiel: Die «Nudel-Factory» war geboren.

Nur keine Fabrik

Seit 2000 macht Theo Grob nun in seinem Keller Nudeln in verschiedenen Farben und Formen. Verkauft wird über Internet und Lieferdienst – oder direkt bei ihm zu Hause. Die grössten Aufträge erhält er aber von Firmen auf der Suche nach speziellen Kundengeschenken. Ihre Wahl fällt dabei oft auf den Amriswiler Ein-Mann-Betrieb. Der verspricht nicht nur Qualität, Grob kann auch ungewöhnliche Wünsche erfüllen. «Ein Kunde wollte schwarze Nudeln mit Verzierungen. Das mache ihm niemand, meinte er.» Für Theo Grob kein Thema: «Ich kann das schon.»

Schon seit Jahren besteht sein Sortiment nicht mehr nur aus Nudeln. Das kommt seinen beliebten Geschenkkörben zugute. Nichts könnte besser zu den Nudeln passen als seine italienischen Spezialitäten und Weine.

Mit seinen Produkten hat Grob eine Nische gefunden, jedes Jahr wurde eine grössere Nudelmaschine angeschafft. Trotzdem muss er oft Grossaufträge ablehnen, was ihm aber nichts ausmacht. Viel lieber sind ihm denn auch Bekannte, die nur wegen einer Packung Fusilli vorbeikommen. Denn die «Nudel-Factory» soll zuerst Ausgleich bleiben: «Ich will nicht wieder ein Unternehmen mit 40 Leuten.»

Hobby, das nichts kostet

«Ich habe ein schönes Hobby, und es kostet nicht einmal Geld – im Gegenteil. Von den Weinen trinken wir gerne selber einen.» Bald wird er pensioniert. Trotzdem will Theo Grob aus der «Nudel-Factory» keinen Beruf machen. «Sie ist als Ausgleich gedacht, soll es auch bleiben.» Dass es ihm langweilig wird, glaubt er nicht: «Ich habe einen grossen Garten.»


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